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Schüler der 4. Gesamtschule rufen zum Einsatz für nachhaltige Entwicklung auf

Aachener Zeitung vom 11. 07. 2018, von Margot Gasper, Foto: Andreas Schmitter

„Die Welt liegt in unseren Händen“: In einem riesigen Demonstrationszug zieht die 4. Aachener Gesamtschule vor das Rathaus, um ein Zeichen zu setzen für die Rettung des Planeten.

 

Aachen. Wenn eine ganze Schule demonstrieren geht, dann ist das nicht zu übersehen. Die 4. Aachener Gesamtschule ist am Mittwoch von der Sandkaulstraße quer durch die Stadt vors Rathaus gezogen. Die jungen Leute hatten viele Plakate dabei – und einen großen selbst gebastelten Wal.

Unter dessen Plastikhaut war er prall gefüllt mit Plastikmüll, ein eindringlicher Protest gegen den Dreck in den Weltmeeren. Aber es ging am Mittwoch um weit mehr als den Schutz von Walen und Delfinen.

Rund 700 Schülerinnen und Schüler hat Aachens jüngste Gesamtschule mittlerweile, und sie alle gingen gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern auf die Straße, um sich für die „Global Goals“ einzusetzen. Staats- und Regierungschefs von 193 Staaten der Welt haben sich 2015 auf 17 globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung verständigt. Sie wollen zum Beispiel aktiv werden gegen Armut und Hunger, für Gesundheit, hochwertige Bildung, Umweltschutz, Geschlechtergleichheit und Frieden.

„Die Welt liegt in unseren Händen“: Unter diesem Motto hat die Schule die globalen Ziele zu ihrer Aufgabe im Unterrichtsalltag gemacht. Das Lernen an der Schule ist darauf ausgerichtet, auch auf dem schuleigenen Acker, in der Bienenzucht oder in Kunstprojekten.

Die jungen Leute wollen aber auch andere dafür gewinnen, Verantwortung für den Planeten zu übernehmen. Und deshalb stand kurz vor Ferienbeginn die ganze Schule vor dem Rathaus und warb lautstark für Klimaschutz und Frieden. Die „Global Goals“ liegen den Kindern wirklich am Herzen, das zeigten ihre Ansprachen von der Rathaustreppe. „Die Probleme auf der Welt sind nicht mal eben so zu lösen“, sagte zum Beispiel der elfjährige Jonah aus der Klasse 6d. Aber jeder könne etwas unternehmen, appellierte er mit Leidenschaft: „Setzen Sie sich ein Ziel, als Familie oder als Freunde, und helfen Sie uns, die Welt zu verbessern!“

„Jeder von uns kann etwas tun“, sagte Emelie (13) aus der Jahrgangsstufe 7. „Fahrt weniger Auto! Bildet Fahrgemeinschaften!“

In Vertretung von Oberbürgermeister Marcel Philipp hieß Bürgermeisterin Hilde Scheidt die Gesamtschüler willkommen. Von Charley (18) aus der Oberstufe bekam sie einen ganzen Packen ausgefüllte Fragebögen in die Hand gedrückt. Die Schüler hatten herausfinden wollen, ob die Schulmensa nicht wieder Bioessen servieren soll. Ergebnis: Eine Mehrheit der Befragten wünscht sich mittags Bio-Lebensmittel auf dem Teller. Auch diese Aktion verstehen die Schüler als ihren persönlichen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und gegen Massentierhaltung. Hilde Scheidt versprach, das Anliegen in Sachen Mensaessen weiterzuleiten. Und sie ermunterte die Jugendlichen, weiter für die „Global Goals“ zu kämpfen: „Wir sind stolz auf Euch!“

Als die eigens mitgebrachte Lautsprecheranlage wieder abgebaut und die bunte Demonstrantenschar abgezogen war, da erinnerten immer noch viele Kreidezeichnungen auf dem altehrwürdigen Pflaster vor dem Rathaus an das Anliegen der jungen Leute. Charley hatte das so formuliert: „Sicher das größte Versprechen, das sich die Welt je gegeben hat. Eine gigantische To-do-Liste, die es abzuarbeiten gilt.“